Geschichte des Schützenvereins „Alte Büchs’n“

Nach geschichtlichen Überlieferungen ist das Schützenwesen in Waldmünchen bis ins Jahr 1492 zurückzuverfolgen.
Der Schützenverein „Alte Büchs’n“ ist der legitime Nachfolger aller früheren Waldmünchener Schützengilden, Schützengesellschaften
und Schützenvereinen.
Viele Urkunden und Dekrete aus diesen Jahrhunderten sind im Stadtarchiv vorhanden. 1833 wird zum ersten Mal von einem bestehenden
Schießverein in Waldmünchen berichtet. Original Gründungs- und Wiedergründungs-Protokolle aus den Jahren 1856 und 1903 sind in
Vereinsbesitz. Die im Jahre 1925 geweihte Vereinsfahne ist immer noch in Gebrauch.

Derzeit besteht der Verein aus ca. 325 Mitgliedern. Davon sind rund 100 aktive Sportschützen und 42 Aktive aus der Schützencompagnie.
Die Sportschützen sind sehr rege und erfolgreich. Zu Liga- und Rundenwettkämpfen sowie Landes-, Bayerischen u. Deutschen Meisterschaften können sich Einzelschützen und Mannschaften regelmäßig qualifizieren.

Außerdem kann der Verein eine sehr gute und rege Jugenarbeit mit ca. 15% Jugendlichen nachweisen.

Im Verein können von 10 bis 50 Meter, von Luftgewehr bis Großkalibergewehr und Vorderlader alle gängigen Sportdisziplinen geschossen werden. 
Dafür verfügt der Verein über zwei Schießanlagen. Eine Schießhalle mit 6 elektrischen Zuganlagen für Luftgewehr und Luftpistole, sowie eine Schießanlage für Sportwaffen mit einer Duellanlage mit 5 Pistolenständen, 1 Kleinkaliberanlage mit 4 Ständen und 4 Großkalibergewehrständen. 
Seit 2009 wird auch der Bogensport auf Distanzen von 18 bis 70 Metern betrieben. 

Nach der Wiedergründung im Jahre 1952 waren folgende Schützenmeister im Amt: Franz Wittmann, Theodor Weber, Heinrich Schmidt, Wilfried Lampatzer, Herbert Zilker, Josef Maier, ab 2008 Andreas Pregler.

Waldmünchener Schützenwesen von 1492 bis zum heutigen Schützenverein „Alte Büchs´n“.    (von Josef Maier)

1492   bestätigt Hinzig Pflug, der Besitzer Waldmünchens, den Bürgern „ihre althergebrachten Rechte“. 
Den Bürgern wurde bei der Besiedelung Waldmünchens viele Privilegien eingeräumt, damit sie ansiedlungswilliger waren. So bekamen sie unter anderem Waldanteile aus städtischem Besitz, ebenso das Privilegium der „Bürgerschützen“. 

1596   am 5.9. schickt die Stadt zur Hochzeitsfeier des Pfalzgrafen Friedrich, zwei Schützen nach Amberg. 
Die beiden sind mit einer Hand- und Zielbüchse bewaffnet und beteiligen sich damit beim Wettschießen. 

1731   begleiten die Waldmünchner „Schützen“ den Fronleichnamszug. Sie gaben vor dem Rathaus eine Salve ab. Desgleichen wurden von den Schützen bei jedem Evangelium und Tedeum Salutschüsse abgegeben. Dafür bekam jeder Schütze einen Gulden von der Stadt. (Stadlbauer). 

1799   mehrmaliger Schriftverkehr zwischen dem Schützenmeister Silberhorn, dem Stadtmagistrat und dem Kurfürsten. 
Gegenstand der Schreiben waren immer die „Schießstatt“ und die Schützencompagnie. (StA, No.2040, 3230,)

1800   am 29.5.1800 wurden mit Resgript SKH Maximilian Josef, König v. Bayern, wieder Landesdefensionen, (Landwehren, Landfahnen und Schützencompagnien) aufgestellt. 

1833   am 15.1. 1833 wird in einem Schreiben an das kgl. Landgericht u. a. berichtet, dass die „Waldmünchner Schützengesellschaft“ seit 1505 als 
privilegiert besteht. (Ld. keine Urkunde vorhanden). 
Die Stadt berichtet, dass die Schützengesellschaft für das Salutschießen an den 4 Evangelien, 6 Gulden aus der Stadtkasse bekommen hat. 

1856   am 13. Oktober Gründung der Sportschützen mit Statuten unter dem Namen „Schützengesellschaft Waldmünchen“ 
Vereinslokal ist der Sommerkeller in der Regensburger Straße. Die Diensthütte in Herzogau wird nur gelegentlich benutzt. 
1. Schützenmeister ist Herr Heußler. Protokoll vollständig erhalten. 

1903   am 4. März wurde der Verein neu unter dem Namen „Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Waldmünchen, Alte Büchs´n“ gegründet. 
Das Schießlokal war beim Bierwirt Bacherl (Bisserlwirt). 1. Schützenmeister wurde Emeran Zeder. Protokoll vollständig erhalten.

1914   am 5.12. wird zum letzten Mal geschossen.

1919 Am 11. Januar 1919 wird der Verein in einer Generalversammlung wieder ins Leben gerufen. 
1. Vorstand wird Karl Wölfel 

1925   Am 9 August ist Fahnenweihe des Vereins. 
Fahnenmutter ist Frau Eisenrith. Patenverein sind die „Kgl. Priv. Feuerschützen“ aus Rötz. Diese Fahne ist immer noch im Gebrauch. 

1926   Bau des Kleinkaliberschießplatzes am Köckkeller 
Einführung des Kleinkaliberschießens im Verein. 1. Vorstand ist Josef Kreuzer 

1928   Umzug ins neue Schießlokal am Köckkeller. 
1. Juli – Patenschafts-Übernahme zur Fahnenweihe für den Schützenverein 1911 Gleißenberg. 
1. September – Gau und Jubiläumsschießen. (Ausschreibung und Ergebnislisten vorhanden). 
Reichspräsident von Hindenburg spendiert ein Bild mit pers. Widmung 
Karl Wölfel wird 1. Vorstand. 

1932   Am 30. November soll eine Generalversammlung stattfinden. 
Ab dieser Einladung sind keine weiteren Aufzeichnungen vorhanden. 

1950   Neubeginn des Schießbetriebes am Köckkeller unter dem Namen „Kellerschützen“. 
(Zunächst als loser Verein von folgenden Männern ins Leben gerufen: Urban, Danzer, Lintl, Nachreiner, Stockert, und Wittmann). 

1952   In alten Namen „Schützengesellschaft Alte Büchs´n“ umbenannt und wieder als echter Verein geführt. 
1. Schützenmeister wird Franz Wittmann. Weitere Gründungsmitglieder sind: Wachter, Eiber, Wünsch, Lohr, Ketterl, Trager, Schönsteiner K. 

1974   Neue Satzung mit dem Vereinsnamen „Schützenverein Alte Büchs´n e. V.“ wurde beschlossen. 
Bau der KK und Pistolenschießanlage in Hocha.

1977   Großes Landkreisschützenfest mit Teilnehmern aus ganz Bayern, Österreich und Südtirol. 

1979   1. Heimatfestschießen Waldmünchen. 
Patenschafts-Übernahme beim 120-jährigen Gründungsfestes der „Rötzer Feuerschützen“ 

1980   Bau der neuen Schützenhalle im Gasthof zur Linde für Luftdruckwaffen. Anbau an den Schießstand in Hocha. 

1982   Oberpfälzer Bezirksschützentag im BSSB 
Einweihung der Schießhalle bei Hanusch. Aufstellung einer Schützencompagnie unter 1. Vorstand W. Lampatzer. 

1983   Wiedergründungsfest der „Hist. Kgl. Bayr. Schützencompagnie Waldmünchen“ mit großen Trachten- und Schützenfestzug. 
1. Sylvester- Neujahranschießen der SC. 

1984   Herbert Zilker übernimmt als 1. Vorstand den Verein. Sepp Maier wird Kommandant (Hauptmann u. Vorstand) der Schützencompagnie. 
1. Teilnahme an der Fronleichnamsprozession und 1. Compagnie-Tag in Hocha. 

1996   Übertritt vom BSSB zum OSB 

2008   1. Schützenmeister wird Andreas Pregler